Finanzierung: Finanzielle Förderung – Z15 Darlehen L-Bank

Heute geht es mal wieder mehr um Zahlen und die Finanzierung unseres Bien-Zenker Fertighauses. Ich hatte vorher natürlich keine Erfahrung, was die Immobilienfinanzierung betrifft und musste mir so mein Know-How selbst aneignen bzw. auf Experten zurückgreifen.

Banken verdienen mit Krediten Geld – Daher wollen Sie Kredite vergeben

Bestimmt hat jeder von euch schon Flyer zu Verbraucherkrediten (5.000 -10.000€) im Briefkasten gehabt und kennt Fernsehwerbung, in der mit einfacher Kreditvergabe geworben wird (ich habe da immer den Smava-Jingle im Kopf). Wir sehen also, Banken versuchen ihre Produkte an den Mann und die Frau zu bringen. Dass wir Geld von Ihnen bekommen ist keine Nettigkeit, sondern Teil des Geschäftsmodells. Das sollte man im Hinterkopf haben und die verschiedenen Angebote auf dem Markt genau vergleichen. Hilfreich können dabei Vermittler sein. Wichtig ist nur, dass das Ziel der optimalen Finanzierung (optimal ist sehr unterschiedlich: günstigster Zins / niedrige Annuität / viel Förderung) im Fokus stehen sollte und nicht die höchste Provision für den Vermittler. Mit der Interhyp habe ich in der Vergangenheit sehr positive Erfahrungen gemacht. Sie haben mich auch auf die Förderprogramme der Landesbanken aufmerksam gemacht.

Ohne Moos nichts los – das gilt auch beim Fertighaus

Durch Förderung der L-Bank den besten Immobilienkredit erhalten

In einem Newsletter der Interhyp habe ich überhaupt das erste Mal von Fördermöglichkeiten der Landesbanken gehört. Die KfW-Wohnbauprogramme kannte ich bereits und wir hatten ja eigentlich auch vor über die Energieeffizienz hier eine Förderung zu erhalten. Dann bin ich aber auf das Z15-Darlehen der L-Bank gestoßen. Hier die Eckdaten im Überblick:

Förderung für:

  • Familien mit Kindern
  • Basisförderung v. 200.000€ (+ mehr mit mehr Kindern)
  • Zinssatz 0,5 %
  • Sollzinsbindung: 15 Jahre
  • Einkommensgrenze 65.000 €
  • Belastungsgrenze (was im Monat an Tilgung zumutbar ist)
  • Weitere Förderungen (Energieeffizienz, Barrierefreiheit, etc.) und Finanzierung möglich
  • 15% Eigenkapital wobei 8,5% reichen, wenn der Rest über Eigenmittel / oder einen Direktzuschuss (der L-Bank, der den Kredit aber verringert) finanziert wird

Ich kann jedem nur empfehlen, sich direkt auf der Seite umzuschauen. Dort ist alles sehr übersichtlich und ausführlich erklärt. Man wird aber bei den Landratsämtern auch sehr gut beraten. Ich hatte hier bereits zwei sehr ausführliche Telefonate mit dem zuständigen Mitarbeiter und war sehr zufrieden.

Das Wichtigste: Das Eigenkapital

Oft steht und fällt vieles mit dem Eigenkapital. Wir haben aktuell ca. 20.000 € verfügbar und bis Baubeginn können wir weitere 20.000 € ansparen (Achtung – Zwischenfinanzierung für Zeitraum zwischen Antragsstellung und Baubeginn möglich und sinnvoll – z.b. über Schenkungsabsicht mit Nachweis der finanziellen Liquidität von Angehörigen). Also haben wir in etwa 40.000€ in Cash und dann wollen wir über Eigenleistung weitere ca. 30.000€ einbringen. Somit hätten wir die Quote von 15% fast erfüllt. Man kann jedoch auch einen Zuschuss der L-Bank erhalten. Diesen Zuschuss muss man dann jedoch mit einem Umrechnungsfaktor (derzeit 5,36) multiplizieren und um die daraus resultierende Summe verringert sich dann das Darlehen. 100.000€ müssen als Darlehenssumme jedoch bestehen bleiben, wenn man von der Ergänzungsfinanzierung Gebrauch machen möchte.

Der Ergänzungsfinanzierung widme ich bald jedoch einen eigenen Blog-Artikel, denn das ist ein Thema für sich.

Die Finanzierung im Überblick:

  • Eigenkapital Cash: 40.000 €
  • Eigenleistung: unklar zw. 20.000-40.000 € ???
  • Basisförderung Z15: 200.000 €
  • Ergänzungsdarlehen: 240.000 €
    • Zinssatz je nach Sollzinsbindung derzeit ca. 1,5-2,5%

Insgesamt ergibt sich so eine sehr attraktive Finanzierung und wir können die bestehenden Förderungen voll ausnutzen. Ob ich nach der Antragsstellung auch noch so positiv gestimmt bin, lasse ich euch dann wissen.

Zinsentwicklung bei der Baufinanzierung – Damit rechnen wir

Wer ein Haus baut, muss sich intensiv mit dem Thema Zinsen und Finanzierung auseinandersetzen. Das gilt für das Massivhaus genauso wie für das Fertighaus. Der Finanzierungsaufwand unterscheidet sich bei beiden Häusern meist nur wenig und so muss man als erstes die Frage klären, wieviel Haus man sich leisten kann. In diesem Blog-Artikel hatte ich bereits darüber geschrieben. Neben der Frage des monatlichen Einkommens, spielt das aktuelle Zinsniveau eine ganz wesentliche Rolle.

Wer entscheidet über das Zinsniveau? Die EZB

Ich weiß, beim Thema Finanzen steigen viele aus und akzeptieren die Finanzwelt einfach als solche. Doch so schwer ist es nicht, wenn man sich ein bisschen damit befasst. Im Wesentlichen entscheiden nicht die Banken über das Zinsniveau, sondern die Politik. Um genau zu sein die EZB. Ok, sie ist von der Politik abgekoppelt und nicht direkt weisungsgebunden, defacto richtet sie ihre Geldpolitik aber an der Wirtschaftspolitik eines Staates oder eben der EU aus. Und so fährt die Europäische Zentralbank seit mehreren Jahren einen Kurs, der auf niedrigen Zinsen beruht. Für die Geschäftsbanken bedeutet das, dass sie sich bei der EZB sehr billig Geld leihen können und diese zu einem entsprechend guten Zinssatz an ihre Kunden weiterreichen. Dadurch kam es zu den niedrigen Bauzinsen der vergangenen Jahre.

Die EZB orientiert sich meistens an der FED in Amerika

Doch, wenn die EZB nun entscheidet, wie das Zinsniveau ist, woher weiß ich dann, wie sich die Zinsen entwickeln werden? Um das genau vorauszusagen, müsste man in die Zukunft schauen können. Da das niemand kann, bedient man sich anderer Mittel. So wird von der amerikanischen Zentralbank der FED erwartet, dass sie auf die expansive Wirtschaftspolitik Trumps mit einer Anhebung des Leitzinses reagiert. Teilweise hat sie das auch schon getan. Je nachdem, wie sich die Lage im Land verändert, wird sie das noch weiter tun. Und oftmals ist es so, dass die EZB diese Zinssteigerung übernimmt und man daher auch in Europa und Deutschland von steigenden Zinsen ausgehen kann. Auch diese Entwicklung in Ansätzen bereits zu beobachten. Ob sich dies so durchsetzt, bleibt abzuwarten. Doch selbst wenn die Zinsen steigen, sollte man sich nicht verrückt machen lassen. Ein sprunghafter Zinsanstieg ist nicht zu erwarten und beim Thema Baufinanzierung sollte man bedacht an die Planung gehen und sich nicht von kurzfristigen Schwankungen leiten lassen.